Planspiele
Manchen Unternehmen gelingt es immer wieder, ihre Geschäftsprozesse und -strategien den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen und sich dadurch zu Top-Performern zu entwickeln. Ihnen ist eines gemein: sie haben zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Stellhebel in Bewegung gesetzt und hierbei die Mitarbeiter in ihrer Mitverantwortung gestärkt.
Andere Unternehmen scheitern jedoch in der Umsetzung von Reorganisationen, Strategien und Maßnahmenplänen auf der produktiven Ebene, da es häufig an verständlichen Begründungen für die betroffenen Mitarbeiter fehlt, ihr Verhalten den Vorgaben anzupassen. Mit Hilfe von Planspielen können Ursachen und Wirkzusammenhänge komplexer Ablaufstrukturen verständlich gemacht werden. Planspiele simulieren Abläufe und Entscheidungssituationen in Unternehmen und bedienen sich hierbei einer modellhaften Abstrahierung komplexer Zusammenhänge. Erreicht wird damit ein verbessertes Verständnis der betrieblichen Prozesse und Abläufe.
Der Vorteil haptischer Planspiele gegenüber anderen Lernmethoden ist der nachhaltige Lernprozess, der durch das spielerische Element hervorgerufen wird. Haptische Planspiele basieren auf gegenständlichen Modellen zum Anfassen. Sie werden auch als Brettplanspiele tituliert und zeichnen sich dadurch aus, dass alle Spielaktionen durch die Teilnehmer selbst ausgelöst werden und die Folgen auch unmittelbar wahrgenommen werden können. Durch eben diese begreifbare Vermittlung der Lerninhalte werden Erkenntnisse aus der Lernforschung direkt umgesetzt. Der Lehr- und Lernprozess vollzieht sich entsprechend über mehrere, sich hinsichtlich der Lerneffizienz gegenseitig positiv beeinflussende Dimensionen: Die Teilnehmer lernen durch „(mehr-)sinnliche Wahrnehmung“, durch „kooperative Selbstqualifikation“ (gleichzeitiges Lehren und Lernen in der Gruppe) sowie durch Fachreferate und Spielreflexionen des Trainers.
Bezugnehmend auf die in der Planspielliteratur vorgenommene Systematisierung von Planspielarten lassen sich Brettplanspiele weiter über die Dimensionen „Modellbereich“ und „soziales Arrangement“ näher differenzieren. Unternehmensplanspiele grenzen sich gegenüber beispielsweise Funktionsplanspielen dahingehend ab, dass sich das im Spiel abgebildete Modell auf die gesamte unternehmerische Wertschöpfungskette bezieht und den Planspielteilnehmern (unter Zeitraffer) die Wirkung operativer, finanzwirtschaftlicher und strategischer Entscheidungen vermittelt werden. Abhängigkeiten zwischen den Unternehmensbereichen werden verdeutlicht, Schlüsselqualifikationen im Umgang mit komplexen Entscheidungssituationen werden trainiert und typische Zielkonfliktsituationen in der Unternehmensführung werden aufgezeigt. Befinden sich die Planspielgruppen zudem untereinander im Wettbewerb ( wie es bei allen Planspielen der HAPTUS-Planspielfamilie der Fall ist ), fördert das den Spieltrieb und somit auch den Lernerfolg.
Den methodischen Vorzügen eines Brettplanspiels stehen jedoch auch Nachteile gegenüber. Brettplanspiele lassen sich nur in Seminarform als Blockseminar durchführen. Die Planspielteilnehmer können somit nicht örtlich voneinander getrennt lernen, wie es beispielsweise bei Online-Planspielen der Fall ist. Zudem ist die Teilnehmerzahl begrenzt.
